Lord Louis Cassy, Vorsitzender der unabhängigen Kommission für die soziale Betreuung von Erwachsenen, erklärte, dass der Kampf gegen Demenz mit der gleichen Ernsthaftigkeit und Energie verfolgt werden sollte, die im Kampf gegen Krebs eingesetzt wird. Er betonte, dass diese Krankheit als "nächste große nationale Mission Großbritanniens" anerkannt werden sollte.
Herausforderungen in der Pflege von Demenzpatienten
Dieser Aufruf erfolgt nach der Veröffentlichung eines neuen Berichts der Alzheimer-Gesellschaft und des King's Fund, der deutlich zeigt, dass die Pflege von Demenzpatienten in England nach wie vor auf einem unangemessenen Niveau und "Überbleibsel aus dem letzten Jahrhundert" ist. Der Bericht fordert die Politiker auf, schnell Maßnahmen zur Verbesserung der Lebens- und Pflegebedingungen dieser Patienten zu ergreifen.
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Lord Cassy wies in seiner Rede auf der jährlichen Konferenz der Alzheimer-Gesellschaft in London auf die bemerkenswerten Fortschritte in der Überlebensrate von Krebspatienten in den letzten 50 Jahren hin und sagte: "Diese Fortschritte geben uns einen Fahrplan für den Kampf gegen Demenz, aber mit der schnell wachsenden älteren Bevölkerung und der Zunahme der Erkrankungen wird der Bedarf an sofortigen Veränderungen spürbar."
Bittere Erfahrungen von Patienten und Familien
Die Alzheimer-Gesellschaft hat zuvor den NHS (National Health Service) kritisiert, weil er Demenzpatienten wie "Bürger zweiter Klasse" behandelt und sie manchmal mit Broschüren im Stich lässt. In einer neuen Umfrage unter 1000 Personen, die sich um jemanden mit Demenz kümmern, gaben etwa 51 Prozent an, dass ihre Erfahrungen mit der Demenzpflege schlechter waren als mit Krebs.
Lord Cassy fügte hinzu: "Als wir beschlossen, Krebs ernst zu nehmen und ihm Aufmerksamkeit zu schenken, wurden bemerkenswerte Fortschritte erzielt. Demenz sollte ebenfalls diese Aufmerksamkeit erhalten. Wir müssen diesem Thema mehr Bedeutung beimessen und versuchen, auf diese nationale Herausforderung zu reagieren."
In der Zwischenzeit betonte Professor Sir Mike Richards, ehemaliger Vorsitzender der Nationalen Krebs-Kommission, die Notwendigkeit, klare Ziele für die Diagnose und Behandlung von Demenz festzulegen, und sagte: "Demenz befindet sich in vielerlei Hinsicht in einer ähnlichen Situation wie Krebs, aber es gibt die Möglichkeit zur Wiedergutmachung."
Während die Regierung plant, jemanden als "Demenzbeauftragten" zu ernennen, sind die Hoffnungen auf eine Verbesserung der Bedingungen und eine erhöhte Aufmerksamkeit für diese Krankheit gestiegen. Außerdem sind vielversprechende neue Medikamente in Aussicht, die zur Verbesserung der Behandlung von Patienten beitragen können.
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