Die Bank von England hat heute (Mittwoch) angekündigt, den Zinssatz bei 3,75 Prozent zu belassen, warnt jedoch, dass steigende Energiepreise diese Institution möglicherweise dazu zwingen könnten, die Zinssätze in den kommenden Monaten zu erhöhen.
Vorsichtiger Blick auf die wirtschaftlichen Bedingungen
Das geldpolitische Komitee dieser Bank hat zum sechsten Mal in Folge für die Beibehaltung des aktuellen Zinssatzes gestimmt. In dieser Sitzung stimmten sechs Mitglieder für die Beibehaltung des Zinssatzes von 3,75 Prozent, während drei für eine Erhöhung stimmten. Herr Andrew Bailey, der Präsident der Bank, sagte dazu: "Wir haben den Bankzinssatz bei 3,75 Prozent belassen. Bisher hatten die steigenden globalen Energiepreise nur begrenzte Auswirkungen auf die Preise und die Löhne in Großbritannien. Aber wenn diese Schwankungen anhalten, wird ihre Auswirkung auf die Inflation zunehmen, und die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung, um die Inflation auf das Ziel von 2 Prozent zu senken, steigt."
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Neuer Druck auf die Preise
Nach der letzten Sitzung des Komitees haben die verschärften Spannungen im Nahen Osten zu einem Anstieg der Ölpreise auf den höchsten Stand seit mehreren Monaten geführt. Der Preis für Brent-Öl hat kürzlich die 100-Dollar-Marke pro Barrel überschritten. Laut veröffentlichten Statistiken erreichte die Inflation im August 3,1 Prozent, was mehr ist als die 2,9 Prozent im Vormonat. Auch die Kerninflation, die Preisschwankungen bei Lebensmitteln und Energie ausschließt, blieb im vierten Monat in Folge bei 2,6 Prozent stabil.
Dennoch haben Ökonomen gewarnt, dass die angespannte Lage im Nahen Osten die Preise weiter nach oben treiben könnte, und es wird erwartet, dass die Inflation bis zum Beginn des neuen Jahres 4 Prozent erreichen wird, was doppelt so hoch ist wie das Ziel der Bank von England. Banken erhöhen in der Regel die Zinssätze, um die Inflation zu senken, und senken sie wieder, nachdem die Preise kontrolliert wurden.
Wenn die Energiepreise weiterhin hoch bleiben, besteht die Gefahr, dass die Inflation dauerhaft in der Wirtschaft verankert wird und die Auswirkungen eines Dominoeffekts verstärkt werden. Die Bank von England hat derzeit einen vorsichtigen Ansatz gewählt und bewertet die Auswirkungen des Energiepreisschocks, bevor sie entschlossene Maßnahmen ergreift.
Ökonomen der Investmentbank ING sagen: "Die britische Wirtschaft ist weniger anfällig für Dominoeffekte, und es gibt keine Anzeichen in den Inflationsdaten, die darauf hindeuten, dass die Bank von England aggressivere Politiken verfolgen sollte. Die Inflation verhält sich derzeit vorhersehbar, was im Jahr 2022 nicht der Fall war."
Dennoch sehen sich Millionen von Haushalten und Unternehmen mit stark steigenden Kosten für Hypotheken und andere Kredite konfrontiert. Steigende Inflation übt zusätzlichen Druck auf die Bank aus, die Zinssätze zu erhöhen, und die Märkte erwarten bis Ende nächsten Jahres vier Zinserhöhungen.
Diese Situation trägt zur Lebenshaltungskostenkrise bei, und neue Analysen zeigen, dass die Energiekosten, die voraussichtlich nächsten Monat den höchsten Stand seit drei Jahren erreichen werden, im Januar um weitere 25 Prozent steigen könnten. Dies wird auch für diejenigen problematisch sein, die wieder Kredite aufnehmen oder in den Immobilienmarkt einsteigen möchten.
Spekulationen über Zinserhöhungen in den kommenden Monaten haben die Hypothekenzinsen bei großen Banken wie NatWest, Santander, HSBC, Lloyds Bank und TSB erhöht. Der durchschnittliche Zinssatz für eine fünfjährige Hypothek liegt bei 5,87 Prozent, dem höchsten Stand seit November 2023.
Auch Autofahrer stehen unter Druck, da die Benzinpreise den höchsten Stand seit vier Jahren erreicht haben. Die Bank von England muss vorsichtig auf höhere Preise reagieren, da die Kräfte, die die Energiepreise und möglicherweise die Lebensmittelpreise erhöhen, angebotsseitig und nicht nachfrageseitig sind. Höhere Zinssätze können geopolitische Unsicherheiten nicht kontrollieren und könnten das bereits angeschlagene Wirtschaftswachstum weiter beeinträchtigen.
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