Die Bank von England wird heute voraussichtlich beschließen, den Zinssatz beizubehalten, obwohl die Inflationsrate den höchsten Stand seit fünf Monaten erreicht hat.
Sinkende Kreditkosten
Die Kreditkosten in Großbritannien sind gestern gesunken, und die Rendite zehnjähriger Anleihen lag bei fast 5,28 Prozent, nachdem sie zu Beginn der Woche den höchsten Stand seit 19 Jahren von fast 5,44 Prozent erreicht hatte.
Derzeit sehen die Märkte nur eine von fünf Chancen für eine Zinserhöhung durch das geldpolitische Ausschuss der Bank von England, das seine Entscheidungen heute um 12 Uhr mittags bekannt geben wird.
Inflationsdruck und zukünftige Prognosen
Während die Anleger weiterhin glauben, dass bis Ende nächsten Jahres vier Zinserhöhungen stattfinden werden, ist diese Prognose von fünf, die zu Beginn der letzten Woche erwartet wurde, gesunken.
In der Zwischenzeit sieht sich die Bank von England einem steigenden Inflationsdruck gegenüber, und die Daten des Nationalen Statistikamtes zeigen, dass der Verbraucherpreisindex im August auf 3,1 Prozent gestiegen ist. Dieser Anstieg ist auf den Krieg im Iran und steigende Kraftstoffpreise zurückzuführen.
Dennoch bleibt die Kerninflation, die volatile Lebensmittel- und Energiepreise ausschließt, seit vier Monaten bei 2,6 Prozent stabil. Dies stärkt die Hoffnungen, dass die Preiserhöhungen aufgrund des Krieges nicht auf die breitere Wirtschaft übergreifen.
Doch mit den weiterhin hohen Preisen für Gas und Öl sowie dem Krieg im Nahen Osten könnte der Inflationsdruck zunehmen. Jüngste Prognosen zeigen, dass die Energiekosten, die derzeit auf dem höchsten Stand seit drei Jahren sind, im Januar um bis zu 25 Prozent steigen könnten.
Ökonomen des Nomura-Instituts erklärten, dass die jüngsten Daten die "Entscheidung, den Zinssatz der Bank nicht zu ändern", unterstützen, aber die Inflation scheint in den kommenden Monaten zu steigen, was den Druck auf das geldpolitische Ausschuss zur Zinserhöhung erhöhen wird.
James Sperro, Chefökonom bei Handelsbanken, prognostizierte, dass die Bank von England "einen klaren Kurs für die Straffung der Politik in ihrer nächsten Sitzung am 5. November" skizzieren wird.
Sanjay Raja, Chefökonom für Großbritannien bei der Deutschen Bank, bemerkte: "Die Inflation steigt und ihr Ziel ist ungewiss." Er verwies auf die voraussichtliche Erhöhung der Preisobergrenze von Ofgem um mehr als 20 Prozent im Januar und die voraussichtliche Erhöhung der Inflationsrate für Lebensmittelpreise aufgrund von Hitze, Dürre und dem Wetterereignis El Niño.
Er fügte hinzu: "Für die Bank von England wird es schwieriger, die Inflationsrate bei 2 Prozent zu halten. Unsere Prognosen zeigen, dass der CPI gegen Ende des Jahres auf 4 Prozent zusteuert. Die Zinssätze könnten restriktiv sein, aber die entscheidende Frage für das geldpolitische Ausschuss ist, ob sie restriktiv genug sind oder nicht?"



