Merkur, der als der sonnennächste Planet bekannt ist, scheint der heißeste Planet im Sonnensystem zu sein. Die Realität ist jedoch, dass Venus mit einer Temperatur von 480 Grad Celsius heißer ist als Merkur mit 430 Grad Celsius, selbst mit einem Abstand von 50 Millionen Kilometern zur Sonne. Warum ist dieser zweite Planet von der Sonne also heißer als der sonnennächste Planet?
Atmosphäre und geologische Eigenschaften
Die Atmosphäre von Venus ist extrem dicht und besteht hauptsächlich aus Kohlendioxid, was dazu führt, dass dieser Planet Wärme effektiv einfängt. Im Gegensatz dazu hat Merkur fast keine Atmosphäre, und das Sonnenlicht scheint ungehindert auf seine Oberfläche und erhöht die Temperatur tagsüber erheblich. Nachts hingegen verliert dieser Planet schnell Wärme, und die Temperatur sinkt auf etwa minus 180 Grad Celsius.
Venus hat eine andere Geschichte. Ihre dichte Atmosphäre und die Schwefelsäurewolken sind fast 90 Mal so dick wie die Erdatmosphäre und ermöglichen es der Wärme, leicht darin gefangen zu werden. Diese Atmosphäre absorbiert effektiv das Sonnenlicht und gibt es dann als Infrarotstrahlung wieder ab, was wiederum die Temperatur auf der Planetenoberfläche erhöht.
Wärmezyklus und vulkanische Aktivitäten
Diese extreme Hitze ist nicht nur auf die Nähe zur Sonne zurückzuführen. Vulkanische Aktivitäten in der Vergangenheit und Gegenwart deuten darauf hin, dass Venus sich in einem Zustand der „endlosen Erwärmung“ befindet. Das bedeutet, dass die Wärme aufgrund der Eigenschaften der Atmosphäre dieses Planeten gefangen bleibt und die Temperatur kontinuierlich hoch hält.
Tatsächlich, wenn die Atmosphäre von Venus und ihre Wolken verschwinden würden, würde die Temperatur drastisch sinken und dieser Planet wäre sogar kälter als Merkur. Daher ist es diese „Decke“ der Atmosphäre, die Venus zu einem der heißesten Planeten im Sonnensystem macht.
