Neunzehn Jahre nach dem brutalen Mord an Daphne Caruana Galizia, einer prominenten investigativen Journalistin aus Malta, lastet immer noch der schwere Schatten der Korruption über diesem Land. Diese mutige Frau enthüllte mit ihrer Feder bittere Wahrheiten, die, Jahre später, nicht nur ungestraft geblieben sind, sondern deren Missachtung weiterhin anhält.
Keine Rechenschaft und Flucht vor der Gerechtigkeit
Daphne starb nach einer Bombenexplosion vor ihrem Haus, und während die ausführenden Täter dieses Verbrechens zu lebenslanger Haft verurteilt wurden, wurde niemand als Auftraggeber dieses Mordes identifiziert. In der vergangenen Woche sprach eine Jury einen der bekanntesten Unternehmer Maltas, Jürgen Fenech, von dem Vorwurf der Mitwirkung an diesem Mord frei. Diese Entscheidung hat nicht nur ernsthafte Bedenken hinsichtlich der Kultur der Ungerechtigkeit in Malta aufgeworfen, sondern zeigt auch deutlich die Schwäche des Rechtssystems im Umgang mit solchen Verbrechen.
Es ist an der Zeit, dass Europa aufsteht
Während Daphne Caruana Galizia als Symbol für Mut und Standhaftigkeit im Kampf gegen Korruption gilt, sollten die europäischen Institutionen in Bezug auf diese Situation nicht schweigen. Es ist an der Zeit, dass die Europäische Union sich ernsthafter mit der Reform des maltesischen Rechtssystems beschäftigt und die Regierung dieses Landes auffordert, ihren Verpflichtungen in Bezug auf Transparenz und Gerechtigkeit nachzukommen. Die Missachtung dieses Themas wird nicht nur Malta schaden, sondern ganz Europa.
Schließlich darf Daphne Caruana Galizia nicht in Vergessenheit geraten. Sie erinnert uns daran, dass der Kampf gegen Korruption und die Suche nach der Wahrheit niemals aufhören dürfen. Die Zivilgesellschaft und internationale Institutionen müssen weiterhin Journalisten und Menschenrechtsaktivisten unterstützen, damit niemand mehr Opfer von Ungerechtigkeit wird.



